Namdaemun-Tor in SeoulNationalschatz verbrennt
Knapp 30 Löschfahrzeuge und fast 130 Feuerwehrleute waren im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Die Kulturerbeverwaltung kündigte an, das Stadttor wieder aufzubauen.
Ein Großbrand hat in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul das über 600 Jahre alte Namdaemun-Tor, den "Nationalschatz Nummer eins", bis auf die Tormauer zerstört. Die Ursache des Brandes war zunächst noch unklar, doch wurde Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Das Feuer am historischen "Großen Südtor", das zugleich das älteste Holzbauwerk der Stadt war, konnte Fernsehberichten zufolge erst nach fünf Stunden gelöscht werden.
Die zweistöckige Holzkonstruktion über der Mauer stürzte fast komplett ein. Knapp 30 Löschfahrzeuge und fast 130 Feuerwehrleute waren im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Die Kulturerbeverwaltung kündigte unterdessen an, das Stadttor werde in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt.
Große symbolische Bedeutung
Die Ermittler prüften, ob es sich in dem Fall um Brandstiftung handelte. Die Befragung von Zeugen und die Auswertung von Bildern der Überwachungskameras am Tor hätten jedoch zunächst keine schlüssigen Ergebnisse hervorgebracht, sagte der Leiter der Namdaemun-Polizeistation.
Das Tor sei von symbolischer Bedeutung gewesen. Jeder Besucher Seouls habe es sehen wollen, sagte Südkoreas neu gewählter Präsident Lee Myung Bak, der frühere Bürgermeister der Hauptstadt, bei einer Besichtigung der Brandstelle. "Den Menschen muss das sehr wehtun", wurde Lee zitiert.
Das Namdaemun-Tor - oder offiziell Sungnyemun ("Tor der verehrungswürdigen Wohlanständigkeit") - im Zentrum von Seoul wurde 1398 errichtet und war wichtigstes Stadttor während der Chosun- Dynastie (1392-1910). Mit anderen drei Haupttoren war es Teil einer Verteidigungsmauer um Seoul. Im Korea-Krieg (1950-53) wurde das Tor weitgehend zerstört und nachher wiederhergestellt. Seit 1962 war es der "Nationalschatz Nummer eins".